Diagnostik

Ablauf des diagnostischen Prozesses bei Verdacht auf AD(H)S

Die Diagnostik wird nach den Leitlinien der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) durchgeführt. Die Durchführung der Diagnostik ist auch parallel zur laufenden Therapie bei einem anderem Therapeuten möglich.

  1. Im Erstgespräch erfrage ich die bisherige Lebensgeschichte unter dem besonderen Gesichtspunkt ADHS (1Stunde). U.U. kann es hilfreich oder erforderlich sein, wenn zum Erstgespräch oder in einem Extratermin oder im Rahmen des Auswertungsgespräches ein Ehe-/Lebenspartner oder ein Elternteil ebenfalls befragt wird.
  2. Die im Ersttermin als relevant bestimmten Fragebögen können teilweise nach entsprechender Freigabe über die Homepage in einem Tool bearbeitet werden, ein Teil wird per Mail zugesendet, am PC bearbeitet und per Mail zurück gesendet.
  3. Bei Rücksendung der Fragebögen innerhalb von 4 Wochen erfolgt eine Auswertung innerhalb von 14 Tagen (außerhalb von Urlaubszeiten). Bei längerer Rücklaufzeit kann diese Frist nicht garantiert werden.
  4. Nach der Auswertung wird durch mich ein Auswertungstermin, vorzugsweise per Mail angeboten.
  5. Im Auswertungsgespräch wird das Ergebnis vorgestellt und über weiteres Vorgehen beraten. Bei Feststellung von ADHS in beeinträchtigender Form und dem Wunsch des/der Betroffenen, ein Medikament einzusetzen, wird eine Information an den Hausarzt und ergänzend Augenarzt ausgehändigt zur Durchführung erforderlicher Voruntersuchungen.
  6. Voruntersuchungen beim Hausarzt:
    a. Allgemeinbefund und Blutdruck obligatorisch, EKG empfohlen
    b. Routinelabor
    c. Schilddrüsenfunktion (Blutbefund)
    Beim Augenarzt
    d. Augendruckmessung
    Diese Untersuchung muss u.U. selbst bezahlt werden, da es sich um eine Wunschleistung handelt und diese nicht erfolgt aufgrund von Beschwerden.
  7. Weiterleitung an eine/n PsychiaterIn zur psychiatrischen Diagnostik und EEG. Soweit keine Gegenanzeigen vorliegen, wird dieser/diese Ihnen ein Medikament verordnen. Bei vorliegender Drogen- oder Alkoholabhängigkeit gelten besondere Bestimmungen, die individuell besprochen werden müssen.  Medikinet Adult sowie Ritalin Adult werden inzwischen von den gesetzlichen Kassen erstattet. Es handelt sich um Retardpräparate in den mg-Stärken 5, 10, 20, 30 und 40mg.
  8. Der/die das Medikament verordnende Arzt/Ärztin wird mit der Verordnung von MPH erst beginnen, wenn ihm/ihr alle erforderlichen Befunde der Voruntersuchung von Ihnen vorgelegt wurden.
  9. Der Termin beim Verordner ist an mich rückzumelden, damit ich zeitgerecht meinen Bericht schreibe und dorthin sende. Eine Kopie des Berichtes bekommt auf Wunsch der jeweilige Hausarzt und / oder Psychotherapeut.
  10. Soweit Verhaltenstherapie sinnvoll und erforderlich erscheint, kann diese entweder bei mir erfolgen oder ich vermittle an einen Kollegen/in aus dem ADHS-Netzwerk.
  11. Beim MPH verschreibenden Arzt/Ärztin ist Laborscreening nach 3 Monaten, bei unauffälligen Werten weiterhin alle 6 Monate erforderlich.

Unterlagen, die nach Möglichkeit im Rahmen der Diagnostik zu besorgen sind:

  1. Grundschulzeugnisse, werden nach Möglichkeit eingescannt und gemailt.
  2. Mutterpass und U-Heft (im Original zur Einsicht oder eingescannt gemailt)
  3. Notentabelle (Excel) weiterführender Schule(n)
  4. Testergebnisse vergangener Tests, soweit durchgeführt (Legasthenie, Dyskalkulie, Intelligenz u.a…)
  5. Krankenhausberichte, soweit vorhanden ( Nervenklinken, psychosomatische Kliniken)
  6. Untersuchungsbefunde von Kopfuntersuchungen, soweit durchgeführt (EEG,CT,MRT)
  7. evtl. Gutachterberichte von bisherigen Psychotherapien
  8. Schriftprobe eingescannt